Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V.
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Anomalien - neue Informationen für die Eberauswahl
(Dr. Helge Täubert, Verden, Juli 2009)

Der breite Einsatz von Ebern durch künstliche Besamung ist ein wichtiger Teil eines erfolgreichen Zuchtprogramms. Nur damit lässt sich die auf der Besamungsstation vorhandene Top-Genetik einer breiten Züchterschaft anbieten und diese Genetik in die Population tragen. Dadurch hat einerseits der einzelne Züchter den Vorteil durch den Zugriff auf die aktuell beste Genetik, die Gesamtpopulation hat zusätzlich den Nutzen eines maximalen Zuchtfortschrittes in den züchterisch relevanten Merkmalen. Aus diesen und vielen weiteren Gründen (z.B. Vermeidung von Krankheitsübertragungen, zusätzliche nützliche Dienstleistungen der Besamungsstation, etc.) hat sich die künstliche Besamung seit Jahren in der Schweinezucht etabliert und bewährt.
Der intensive Einsatz einzelner Besamungseber birgt aber auch die Gefahr, dass nicht erkannte genetische Krankheiten oder Defekte über ein einzelnes Tier sehr weit in eine Population hineingetragen werden. Um dieses zu vermeiden werden seit Jahren seitens der Wissenschaft Forschungen zur genetischen Übertragbarkeit der wichtigsten Anomalien beim Schwein betrieben. Das erste FBF-Projekt zur Anomalieerfassung ist bereits im Jahr 1999 gegründet, 2001 abgeschlossen und als FBF II bis ins Jahr 2006 erfolgreich fortgesetzt worden (Quelle: http://www.fbf-forschung.de/schwein_genomanalyse.html). Aus diesem Projekt ist klar hervorgegangen, dass die wichtigsten Anomalieerkrankungen in der Ferkelproduktion eindeutig zu großen Teilen genetisch bedingt sind. Ein Besamungseber ist daher in der Lage, eine oder mehrere Anomalieerkrankungen über den Besamungseinsatz in die Ferkelproduktion zu übertragen.
Die Schweinebesamungsstation Weser-Ems hat in der Erfassung von Anomalieerkrankungen rechtzeitig vorgesorgt. Die neu eingerichtete Feldprüfung als Top-Genetikprüfung für Besamungseber erfasst nicht nur die Mast- und Schlachtleistungsmerkmale der Prüfnachkommen im Feld, durch die Integration der Testbetriebe und die zentrale Datenerfassung durch Infosys werden auch die Daten der eingesetzten Sauenplaner verfügbar und genutzt. Bei der Geburt von Nachkommen der Besamungseber werden Wurfgröße und Anomalievorkommen systematisch und einheitlich erfasst. Über das bisherige Verfahren der Stationsprüfung wurden diese Wurfdaten nicht erfasst, erst die Einführung der gelenkten Feldprüfung durch die SBS Bethen ermöglichte diese neue Datenerfassung.
Aus den Sauenplanerdaten werden vom vit in Verden im Rahmen der monatlichen Zuchtwertschätzung für jeden Besamungseber mit Nachkommen im Feld Anomalieindizes berechnet. Dabei kommen zwei verschiedene Verfahren zur Anwendung.
Erstens wird ein einfacher Anomalieindex aus einem ungewichteten Verhältnis aufgetretener Anomalien zu lebend geborenen Ferkeln berechntet. Die Anzahl Ferkel mit Anomalien werden aufaddiert und durch die Anzahl an insgesamt lebend geborenen Nachkommen des Besamungsebers geteilt. Daraus ergibt sich der prozentuale Anteil an Nachkommen mit Anomalien. Dieser sollte für jeden Besamungseber so gering wie möglich sein, der Züchter, der Ebersperma nachfragt, kann schnell überblicken, ob ein Eber viele oder sehr wenig Anomalien vererbt.
Zweitens wird ein Anomalieindex analog zum Verfahren des BHZP erstellt. Dabei werden die einzelnen Anomalien unterschiedlich gewichtet, angelehnt an die ökonomische Bedeutung der einzelnen Anomalien. Brüche, Missbildungen, Grätscher/Spreizer und Zitterer werden jeweils einfach, Binneneber 4-fach, Zwitter 5-fach und Afterlosigkeit 16-fach gewichtet. Die Summe dieser Gewichtungen wird widerum durch die Anzahl an insgesamt lebend geborenen Ferkeln eines Besamungsebers geteilt, als Ergebnis wird als gewichteter Anomalieindex ausgewiesen. Auch bei diesem Index ist ein geringer Wert anzustreben. Bei Auftreten von afterlosen Ferkeln geht er schnell in die Höhe, weil diese Anomalie besonders stark gewichtet ist.
Bei beiden Indizes ist jedoch auf die Anzahl der insgesamt geborenen Ferkel zu achten, ein Index, der an einer sehr großen Anzahl an Nachkommen geschätzt wurde ist mit Sicherheit genauer als bei wenig Nachkommen, d.h. ein Eber, der bei sehr vielen geborenen Ferkeln nur eine Anomalie nachweisen kann ist einem Eber vorzuziehen, der ebenso eine Anomalie, aber bei nur wenig geborenen Nachkommen aufweist.


Optimieren Sie Ihren Lagerbereich für Schweinesperma!
(Bethen, 04.Juni 2009)
 
 
 
 

Schon bevor unsere Kuriere und Techniker sich auf den Weg machen, um den von Ihnen bestellten Schweinesamen zu liefern, wurde bereits ein großer Aufwand betrieben, um ein Höchstmaß an Qualität und Haltbarkeit des Spermas zu gewährleisten. Strenge Selektion der weiterverarbeiteten Ebersprünge nach Art und Beschaffenheit der Ejakulate, analysiert durch erfahrenene Mitarbeiter unter Einsatz moderner Technik (SpermVision) gewährleisten hohe Sicherheit und gute Befruchtungsergebnisse. Auch später während des Transportes in den Kurierfahrzeugen wird unter Verwendung von digitalen Langzeitdatenloggern die Einhaltung der optimalen Lagertemperatur dokumentiert.Die längste Lagerzeit verbringt das Sperma jedoch bei Ihnen in der betriebseigenen Spermaaufbewahrungsbox.

Um auch hier eine möglichst lange Haltbarkeit zu ermöglichen, beachten Sie bitte einige wichtige Grundregeln:

  • Stellen Sie sicher, das die Box ordnungsgemäß funktioniert und so die richtigen Lagerparameter (16-18 Grad plus, möglichst keine Temperaturschwankungen, dunkel) eingehalten werden
  • wenden Sie mindesten 1 x täglich die Spermaportionen
  • setzen Sie das Sperma keinem direkten Sonnenlicht aus
  • stellen sie die Spermabox an einem möglichst sauberen Platz mit Zimmertemperatur, - stark abweichende Umgebungstemperaturen erhöhen den Stromverbrauch und bedingen evtl. eine kürzere Lebensdauer der Spermabox
  • Stäube und Feuchtigkeit zerstören langfristig die Elektronik und Mechanik der Box, sie sollte daher regelmäßig gereinigt werden.
  • Entnehmen Sie der Box immer nur soviele Samentuben, wie Sie beim Besamungsdurchgang benötigen, so vermeiden Sie große Temperaturschwankungen. Zum Transport in den Stall eignet sich besonders gut eine separate Styroporkiste oder eine ältere, ausgediente Thermobox.
  • Aufgrund unterschiedlicher Innen- und Aussentemperaturen bildet sich in der Themobox gelegentlich Kondenswasser und Feuchtigkeit, was in Verbindung mit Verunreinigungen schnell zu einem idealen Nährboden für Sporen und Keime werden kann. Achten Sie daher immer auf Sauberkeit in der Box.

Achten Sie auch in Zeiten eher defensiver Seuchengeschehen auf eine strikte Abschottung Ihres Betriebes nach aussen. Hierzu gehört auch ein durchdachter Übergabeplatz für benötigtes Schweinesperma. Bei dem einen oder anderen Betrieb steht die Thermobox in der Garage, Scheune oder im Eingang zum Wohnhaus. Aus hygienischer Sicht ist dieses nur ein halbherziger Ansatz, -zwar erhalten betriebsfremde Personen keinen direkten Zugang zum Stall, dafür muß aber der Tierhalter oder das Stallpersonal den Hygienebereich des Betriebes beim Abholen bzw. Mitnehmen des Samens verlassen.

Damit das Stallpersonal über die Ankunft des Spermas informiert ist, bietet sich zusätzlich die Installation einer Klingel an. Solche Spermaübergabeplätze sollten als solche klar erkennbar sein. Bei der Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V. sind für interessierte Mitglieder kostenlos entsprechende Hinweisschilder erhältlich, die einfach an einer Fensterscheibe anzubringen oder an die Wand zu befestigen sind. Bei Bedarf wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Aussendienstler oder ordern Sie das Hinweisschild einfach bei Ihrer nächsten Spermabestellung gleich mit. Ein weiteres Hinweisschild mit dem Vermerk "Zutritt verboten" kann ebenfalls bei uns bezogen werden.


Referendar der Landwirtschaftkammer absolviert Intensivpraktikum
(Bethen, 28.Mai 2009)

Im Rahmen des Referendariats für Tierproduktion bei der Landwirtschafts--kammer Niedersachsen absolvierte Herr Alexander Hegger (hier rechts im Bild zusammen mit Joh. Korfhage) ein mehrwöchiges Praktikum bei der Schweinebesamung Weser-Ems e.V. Ausgehend von der Stallarbeit, über die Konfektionierung der Spermaportionen im Labor sowie den Versand durch die Besamungstechniker, konnte er sich einen vertieften Einblick in die Arbeitsweise einer Besamungsstation verschaffen. Durch die Begleitung eines Mitarbeiters während der Scannertätigkeit, des Besuchs einer Eberauktion und der umfassenden Information über die tägliche Arbeit des Stationsleiters wurde ihm ein Überblick darüber vermittelt, was es alles Bedarf, um die Sauen in nordwestdeutschen Ställen erfolgreich trächtig zu bekommen. Das Praktikum bei der Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V. möchte Herr Alexander Hegger nutzen, um tiefere Einblicke in die moderne Schweinezucht- und haltung, sowie weiteres Wissen im Bereich Vermarktung zu erlangen.

Anlässlich der 31. Landes-Zuchtschweineversteigerung konnte der Vorsitzende des Schweinezucht-verbandes Baden-Württemberg Herr Hans-Benno Wiechert auch Besuch aus Weser-Ems begrüßen. Der Vorsitzende Herr Willoh sowie der Geschäftsführer Herr Korfhage verfolgten mit großen Interesse den flotten Auktionsverlauf. Insgesamt  fanden 38 Eber  sehr schnell einen neuen Besitzer. Ein

intensives Bieterduell entfachte sich um die 1A und 1C Siegereber der älteren Klasse, welches die Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V. für sich entscheiden konnte. Diese zwei hochpreisigen TIMOR-Söhne aus dem Zuchtbetrieb LOHR in Pfullendorf-Aach-Linz verbinden eine sehr gute Typausprägung mit überdurchschnitllicher Rahmigkeit und Länge. Insgesamt treten 4 hochwertige Auktionseber die Reise nach Niedersachsen an. 

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