Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V.
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Dr. Heiko Janssen, LWK Niedersachsen: Ferkelkastration - was erwartet uns ?
(Eigenbericht Johannes Korfhage, 22.12.2009)

Dr. Heiko Janssen

Anlässlich der Mitgliederversammlung berichtete Dr. Heiko Janssen über den aktuellen Stand zur Situation um die Ferkelkastration.
Die sich aus einem möglichen Kastrationsverzicht ergebenden Konsequenzen für die Produktion von Schlachtschweinen, die Mast von Ebern, wurden vom Referenten sehr detailliert ausgeführt. Für die Bereiche Haltung, Fütterung und Genetik ergeben sich viele offene Fragen. Die Analyse verschiedener Quellen zu Ebermastversuchen machen deutlich, dass eine Verbesserung der Futterverwertung sowie höhere Magerfleischanteile zu den wesentlichen Vorteilen der Ebermast gehören. Die reduzierte Futteraufnahme gegenüber Börgen in Verbindung mit einem intensiveren Wachstum im hinteren Gewichtsbereich ab 80 kg LG führen zu einem für die gesamte Mastphase eher geringeren Zunahmeniveau. Dies gilt insbesondere unter der Prämisse, zur Vermeidung von Geruchsabweichlern, zukünftig eventuell leichtere Schlachtkörper erzeugen zu müssen. Schlechtere Ausschlachtungsergebnisse in einer Größenordnung von bis zu 1,5-2 % in Abhängigkeit vom Schlachtgewicht beeinflussen die Wirtschaftlichkeit der Ebermast stark negativ.
Noch viel wichtiger, so die Meinung des Referenten, ist die Notwendigkeit, ein Auftreten von geruchsbelastetem Schweinefleisch zur Vermeidung von negativen Verbraucherreaktionen seitens der Produktion absolut zu verhindern oder aber solche sicher zu detektieren. Die für diesen Zweck notwendigen „elektronischen Nasen“ befinden sich noch in der Entwicklung. Ebenfalls offen ist die Frage, wie geruchsbelastetes Fleisch zukünftig verwertet werden könne. Nach aktueller Fleischhygiene-Verordnung ist dieses heute als Kategorie III Material zu entsorgen. Die Erzielung einer Genusstauglichkeit nach Brauchbarmachung lässt die aktuelle Gesetzeslage nicht mehr zu. Eine gerechte Klassifizierung der Schlachtkörper von Ebern setzt die Anpassung der zur Zeit auf Sauen und Börge ausgerichteten und geeichten Klassifizierungsformeln voraus. Auf dem Weg bis zur Praxisreife der Ebermast sind neben der genannten Vorleistungen seitens der Vermarktungsstufe eine Fülle von Aufgaben zur Klärung offener Fragen hinsichtlich Fütterung, Haltung und Genetik zu erledigen. Aktuelle Praxisversuche bilden hierfür demnächst die Grundlage. Entscheidend sei, so dass Fazit von Herrn Dr.Heiko Janssen, ob mit Ebern bzw. den Geruchsabweichlern Geld verdient werden könne. Nur dann mache die Ebermast Sinn, ansonsten müssen Alternativen entwickelt werden.


Integration der Station HEETBERG läuft auf Hochtouren!
(Eigenbericht, J. Korfhage, Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V. im Dezember 2009)

Ein halbes Jahr ist seit der Zusammenführung der Besamungsstation HEETBERG mit der Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V. vergangen. Nachdem Mitte August 2009 die EDV technische Vernetzung der drei Besamungsstationen BETHEN, DOHREN und HEETBERG über einen zentralen Server umgesetzt wurde, läuft das Tagesgeschäft wieder routiniert ab. Die Übernahme der Kunden- und Eberstammdaten in die zentrale Datenbank verlief dabei von Anfang an reibungslos.

Seit dieser Zeit produzieren und vermarkten die drei Besamungsstationen das Sperma verschiedener Rassen und Genetiken nach einheitlichen Standards. Die eigene Homepage der Station HEETBERG wurde still gelegt und der Eberbestand, sowie weitere Informationen rund um die Besamungsstation HEETBERG in die „40 Jahre Jubiläumswebsite“ der Schweinebesamungssstation Weser-Ems e.V. übernommen.

Neben den verwaltungsorganisatorischen Veränderungen wurde im Oktober und November der Eberbestand in der Kernstation HEETBERG auf Null reduziert. Dies war das Startsignal für eine PRRS - Totalsanierung der dortigen Stallanlage. Innerhalb von 2 Wochen wurde jeder Quadratmeter Buchten- und Bodenfläche, inklusive der Außenanlage auf „Links“ gedreht.

Die Fa. DESFA GmbH aus Molbergen hat nach einem abgestimmten Reinigungs- und Desinfektionsprogramm alle Stallbereiche in mehreren Phasen gesäubert und desinfiziert. Die Futtersilos wurden durch die Fa. Menno Chemie einer Generalreinigung unterzogen. Vor den Desinfektionsmaßnahmen wurden noch einige Umbaumaßnahmen durchgeführt, die zu einem noch verbesserten Schutz des Eberbestandes führen.

Das „Highlight“ der Sanierungsmaßnahmen bildet der Einbau einer UVC Anlage als Luftfilter gegen Krankheitserreger. Diese im zentralen Zuluftschacht installierte Technik sorgt für eine Luftstromentkeimung. Diese chemiefreie Technik wirkt gegen Bakterien , Hefen, Viren und Schimmelpilze. Sie stammt aus der pharmazeutischen Industrie und wird bislang vorrangig in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Mit dieser innovativen Lösung setzt die Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V. einer Meilenstein zur Gesunderhaltung ihres Tierbestandes.
Mitte Dezember wurde der Stall mit 33 PRRS negativen Ebern aus den Quarantäneställen der Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V. neu bestückt.


Schweinefachtagungen der Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V. erzielten große Resonanz!
(Eigenbericht, J. Korfhage, Schweinebesamungsstation Weser-Ems e.V. im Dezember 2009)

Getreu dem Grundsatz: -Erfolgreiche Unternehmen haben starke Partner- können die beiden Fachtagungen in Lünne und Wilsum als voller Erfolg gewertet werden. Die rund 300 Teilnehmer an beiden Tagungsorten machen die richtige Themenwahl der Veranstalter deutlich. Unter der Moderation von Dr. J.Schulte-Wülwer, LWK Niedersachsen haben es die Referenten verstanden, dem interessierten Publikum ein Fülle neuer, praxisrelevanter Informationen zu vermitteln. Die Prüfung von SNW-Pietrain- Endproduktebern im Rahmen des TOPSELECT-Programmes wurde von Herrn H.Schlagelambers (TOPIGS-SNW GmbH) anhand des Prüfbetriebes J.Weerd in Wilsum ausführlich vorgestellt. Frau Dipl. Ing. B. Ruhara (Schweinebesamungssstation Weser-Ems e.V.,Stationsleiterin in Heetberg) hat neben der Vorstellung von Endproduktebern deutlich gemacht, dass der Erfolg in der Ferkelerzeugung und Schweinemast von einer gezielten, am Leistungsprofil von Besamungsebern orientierten Auswahl, abhängig ist. Herr D. Nienhaus aus Bocholt hat mit detaillierten Praxisschilderungen aus dem eigenem Betrieb seine eigenen Thesen vom Management in der Schweineproduktion untermauert. Herr Dipl. Ing. B.Markus (BRÖRING Unternehmensgruppe) verdeutlichte den Zuhörern auf seine einprägsame Weise , wie man Probleme in der Ferkelaufzucht erkennt, um anschließend verschiedene Lösungsansätze anzubieten. Steigende Ferkelzahlen in Verbindung mit dem Frühabsetzen großer Abferkelgruppen haben rückläufige Absetzgewichte mit starker Streuung zur Folge. Im Laufe seines Vortrages wurden vielfältige Tipps zum Umgang mit dieser Situation erläutert. Für die „Kleinsten“ nur vom „Besten“ unter dieser Devise sollten eingesetzte Futtermittel nicht anhand der Kosten je kg Zuwachs sondern auf der Grundlage des Futtergewinns berücksichtigt werden. Hierbei werden das Zunahmeniveau der aufgezogenen Ferkel, der aktuelle Ferkelpreis und die Futterkosten mit berücksichtigt. (Futtergewinn = Austallgewicht-Einstallgewicht x Ferkelpreis/kg LG – Futterkosten je Ferkel). Teure und knappe Abferkel- und Aufzuchtkapazitäten erfordern die Erzielung von hohen Verkaufsgewichten in immer kürzerer Zeit. Parallel dazu besteht die Gefahr sinkender Absetzgewichte. Dieser Spagat kann nur mit hochwertigen, effizienten Futtermitteln gelingen. Die Bilddokumentationen von Herrn Dr. T. Voss vom Vet.-Team Sögel GmbH machten auch zu fortgeschrittener Stunde deutlich, dass auf den Schweineerzeugerbetrieben eine Vielzahl von „tiergesundheitlichen Reserven“ brach liegen. Gerade im laufenden Betrieb gelte es seine Schwachstellen und Infektionsrisiken zu kennen, um gezielt gegen zu steuern, so dass Fazit des Referenten. Ferkelerzeugung oder geschlossenes System ? Mit dieser Frage hat sich Herr C.Stopka (AgrarfinanzCenter der Kreissparkasse) intensiv auseinander gesetzt. Unterschiedliche Finanzierungsmodelle unter verschiedenen Grundannahmen machten sehr bald deutlich, dass bei einer solchen Finanzanalyse immer die genaue Einschätzung der einzelbetrieblichen Situation inklusive der familiären Voraussetzungen für die zukünftige Ausrichtung landwirtschaftlicher Unternehmen notwendig ist.


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