Warum die Frühfütterung über den Aufzuchterfolg entscheidet
Beim jüngsten Außendienst-Meeting von SWE und AWE im Haus Maria Rast stand neben Marktanalysen zur Lage am Schweinemarkt vor allem ein praxisnahes Fachthema im Mittelpunkt: die Fütterung rund ums Absetzen. Gastreferentin Cordula Geilich von der Firma Wima-Mirakel zeigte, warum gerade in dieser sensiblen Phase über Zuwachs oder Verlust entschieden wird – und worauf es bei einem hochwertigen Prestarter ankommt. Die Kernaussagen haben wir hier für Sie zusammengefasst.
Ferkel kommen unreif auf die Welt
Das Verdauungssystem eines Ferkels ist zunächst nicht darauf ausgelegt, festes oder pflanzliches Futter zu verarbeiten. Die Natur hat es auf eines vorbereitet: Muttermilch. Diese liefert weit mehr als Energie – nämlich exakt abgestimmte Eiweiße und Zucker, Immunglobuline (vor allem im Kolostrum), Wachstumsfaktoren für die Darmzotten, leicht verdauliches Fett sowie einen niedrigen pH-Wert, der schädliche Keime hemmt.
Was beim Absetzen passiert
- Die Milch fällt schlagartig weg.
- Der pH-Wert im Magen steigt an → weniger natürliche Keimkontrolle.
- Die Darmzotten verkürzen sich → die Nährstoffaufnahme sinkt um bis zu 30 %.
- Das Enzymmuster ist noch nicht auf pflanzliche Stärke umgestellt.
- Das Ferkel verliert Appetit, frisst weniger und verdaut schlechter – der berühmte „Absetzknick".
Genau hier entscheidet sich, ob aus Futter Zuwachs wird – oder Verlust.
Was hilft: hochwertige Frühfütterung vor und nach dem Absetzen
Ein guter Prestarter gleicht aus, was die Natur in dieser Übergangsphase nicht vorsieht. Entscheidend sind hochverdauliche Proteinquellen (Blutplasma, Molkeneiweiß, Fischmehl), schmackhafte Zucker wie Laktose als Energielieferant, organische Säuren zur pH-Absenkung für eine natürliche Keimkontrolle, Hefeprodukte zur Stärkung von Darmflora und Barrierefunktion sowie eine feine, sichere Partikelstruktur für die sofortige Aufnahme.
Das Ziel dahinter:
- den Darm auf die pflanzliche Fütterung vorbereiten
- die Enzyme „trainieren"
- den Zottenabbau bremsen
- die Futteraufnahme konstant halten
- den Infektionsdruck abpuffern
- Nährstoffe effizient verwerten
Das Ergebnis: mehr Zunahme, weniger Verlust
- bis zu +250 g Tageszunahme in den ersten 14 Tagen
- 30–50 % geringere Durchfallraten (laut Feldversuchen)
- deutlich bessere Futterverwertung – weniger Futter je kg Zuwachs
- schnellere Gewichtsentwicklung – frühere Ausstallung, weniger Aufzuchttage
Fazit
Ein Prestarter ist kein bloßer Zusatz, sondern die Brücke zwischen Milch und Leistung. Wer hier auf Qualität setzt, verhindert Leistungslöcher und baut wirtschaftlich vor.

